Was kann ich gegen die Schweinegrippe tun?
Folgende Regeln zum Schutz vor Ansteckung mit Grippeviren sollte man beachten:
Häufiges Händewaschen
Ausreichend lange mit viel Wasser und Seife, Fingerzwischenräume
und Handrücken nicht vergessen, Einmal-Handtücher benutzen.
Händewaschen, vor allem vor dem Zubereiten von Speisen, nach dem Toilettengang und wenn man nach Hause kommt.
Ungewaschene Hände vom Gesicht fernhalten.
Husten und Niesen
Sie nicht in den Raum, benutzen Sie Papiertaschentücher und entsorgen Sie diese nach Gebrauch möglichst in einen geschlossenen Behälter. Waschen Sie sich anschließend die Hände. Fordern Sie andere Personen auf, ebenfalls so zu handeln. Beim Husten nicht die Hand vor den Mund halten, sondern auf den Ärmel husten. Dann bleiben die Hände sauber.
Berühren
Sie möglichst nicht Mund, Nase und Augen mit Ihren Fingern.
Kein Händeschütteln
Dabei werden Viren in großer Zahl übertragen.
Häufiges Lüften
vermindert die Zahl der Viren in der Luft.
Vermeiden Sie Kontakt
mit Personen, die Krankheitszeichen wie bei einer Influenza haben.
Menschenansammlungen
Vermeiden Sie wenn möglich engen Kontakt zu anderen Personen.
Aufzüge sollten nur Menschen benutzen, die keine Treppen steigen
können.
Symptome
Wenn Sie sich krank fühlen (plötzlich auftretendes Fieber, Müdigkeit,
Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Husten), bleiben Sie bitte zu Hause und stimmen Sie sich telefonisch (nicht aufsuchen) mit Ihrem Hausarzt über die erforderlichen Maßnahmen ab.
Weitere Infos:
Durch die "Welt-Gesundheits-Organisation" (WHO) ist der Eintritt einer Pandemie Stufe 6 ausgerufen worden.
Das Auftreten von menschlichen Erkrankungen an Schweinegrippe in Mexiko und den USA hat das Thema „Pandemie" wieder in den Vordergrund gerückt. Es handelt sich um eine A(H1N1)-Virus-Mutation. Wegen nachgewiesener Mensch-zu-Mensch-Übertragungen und fehlender Bevölkerungsimmunität sind die Voraussetzungen für einen Pandemievirus gegeben. Entsprechend wurden sowohl von der WHO und den Landesgesundheitsbehörden, als auch von den entsprechenden Krisenstäben bereits Maßnahmen eingeleitet, um eine Verbreitung der Erkrankung zu verhindern.
NRZ, 21.Juni 2009:
Anstieg der Schweinegrippe in NRW
Wie in der heutigen Ausgabe der NRZ zu lesen ist, liegt ein sprunghafter Anstieg der Schweinegrippe in NRW vor. Zumindest ist die Zahl der gemeldeten Schweinegrippe-Fälle zum Wochenbeginn stark angestiegen.
Seit Bekanntwerden des Virus A/H1N1 sind 798 Menschen infiziert (Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Arbeit in Münster). Am Montag lag diese Zahl bei 589 bekannten Fällen.
Erklärbar wird dieser Anstieg durch die Reisezeit. Viele Urlauber bringen auf der Heimkehr diesen Virus mit, lässt eine Sprecherin des Landesamtes verlauten.
30.07.2009 Die Nachrichten der ARD berichteten folgendes
Robert-Koch-Institut warnt vor gezielter Ansteckung
Schweinegrippe-Partys "keine gute Idee"
Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat ausdrücklich vor sogenannten Schweinegrippe-Partys gewarnt, bei denen eine gezielte Ansteckung angestrebt wird, um eine Immunität herbeizuführen. Vor allem Jugendliche träfen sich zu solchen Partys, um durch den noch milden Krankheitsverlauf einem stärkeren Verlauf zu einem späteren Zeitpunkt vorzubeugen.
"Solche Partys sind keine gute Idee", sagte RKI-Vizepräsident Reinhard Burger. Es spreche alles dagegen, das ein milder Verlauf die Immunität gegen ein gefährlicheres Virus im Herbst gewährleiste, "wenn es sich vielleicht verändert und besser an den Menschen angepasst hat", so Burger. Außerdem bestehe bei jeder Ansteckung immer auch das Risiko eines schweren Verlaufs.
Impfungen frühestens ab September
Burger räumte ein, dass die Herstellung eines Impfstoffs "ein wunder Punkt" sei. Das Verfahren lasse sich jedoch aus Sicherheitsgründen nicht beschleunigen. Er rechne damit, dass im September/Oktober mit den Impfungen begonnen werden könne. Es gebe momentan keinen Hinweis, dass Impfungen gegen die saisonale auch vor der Neuen Grippe schützten.
Bislang gebe es noch keine großflächige Ausbreitung in Deutschland. Auch verliefen die Erkrankungen in der Regel eher mild. Doch der Zeitpunkt des derzeitigen rasanten Anstiegs der Zahl der Infektionen ist ungewöhnlich: "Sorge muss uns aber bereiten, dass die Zahl der Fälle im Sommer steigt, obwohl der Winter die normale Grippezeit ist. Auch die Zahl der schweren Fälle wird steigen", sagte Burger.
"Pandemie ist angekommen"
Bis Freitag letzter Woche stieg die Zahl der registrierten Fälle auf rund 3400. Am Vortag seien es noch 500 Fälle weniger gewesen, so Burger. "Die Pandemie ist in der Tat angekommen, das neue Virus hat sich innerhalb von zwei Monaten über die ganze Welt verbreitet, so schnell ging das noch nie."
Ein Viertel der Erkrankten in Deutschland habe sich im Land angesteckt. "Ein Großteil der Fälle geht zurück auf Reiserückkehrer aus Spanien", sagte Burger. Am stärksten betroffen seien Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.
In den USA sei mittlerweile die Rede von mehr als einer Million Fälle, so Burger. In Großbritannien habe sich die Zahl registrierter Erkrankungen innerhalb einer Woche auf rund 100.000 verdoppelt. Weltweit sind nach Angaben der EU-Seuchenbehörde ECDC inzwischen mehr als 990 Menschen an der Krankheit gestorben.
(Stand: 27.07.2009 19:17 Uhr)
07.08.2009 folgender Artikel ist aus: sueddeutsche.de
“Banger Blick auf den Herbst
Schweinegrippe: Mediziner erwarten schwerere Verläufe“
Gesundheitsexperten befürchten, dass sich die Schweinegrippe im Herbst massiv ausbreiten wird. "Wir müssen damit rechnen, dass es dann auch in Deutschland mehr schwere Verläufe und Todesfälle geben wird", sagte Johannes Löwer, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, am Donnerstag in Berlin. Das Institut untersteht dem Bundesgesundheitsministerium und ist unter anderem für die Genehmigung klinischer Prüfungen bestimmter Arzneimittelgruppen zuständig.
Auch Jörg Hacker, Präsident des Robert-Koch-Instituts, warnte: Aktuell verliefen die meisten Fälle mild, aber je mehr Menschen sich ansteckten, umso größer sei die Gefahr, dass schwere Verläufe zunähmen. Insgesamt seien bis Montagmittag 8619 Fälle in Deutschland gemeldet worden. Zum Vortag stieg die Zahl damit um 656. Bei den meisten Infizierten handele es sich um Reiserückkehrer. Doch immer mehr Menschen würden sich auch in Deutschland anstecken, sagte Hacker. "Das Virus ist gut von Mensch zu Mensch übertragbar." Sorgen bereitet den Wissenschaftlern, dass diese Variante, anders als die saisonale Influenza, sich in warmen Monaten ausbreitet.
Für Löwer steht daher fest: "Der Impfstoff muss zur Verfügung stehen, bevor die Welle kommt." Er räumte aber ein, dass die Impfung stärkere Nebenwirkungen haben könne als die normale Grippeimpfung. Um so schnell wie möglich die nötige Menge an Impfstoff zu produzieren, habe man die Antigenmenge reduziert und gleichzeitig eine Verstärkersubstanz aufgenommen, um die Wirkung zu erhöhen. Daher könne es zu Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle kommen. Auch Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen seien denkbar, sagte Löwer. Gerade deshalb aber sollten zunächst nur die Risikogruppen geimpft werden, also etwa Asthmatiker, Diabetiker oder Herz-KreislaufErkrankte. dku