Laternen basteln für die Martinszeit

Im Spätherbst, wenn die Tage wieder kürzer werden, fängt wieder die Zeit des Bastelns an.

Das Basteln von Laternen mit denen die Kinder abends nach Einbruch der Dunkelheit durch die Strassen ziehen, ist eine alte Tradition. Ein ganz besonderes Erlebnis ist dann das gemeinsame Laternenlaufen und singen von Martinslieder am 11. November. Alle freuen sich darauf, wenn der Umzug mit Pferd und Reiter bevorsteht und die Kinder voller Stolz mit ihren neuen Laternen unterwegs sind.
Das Basteln der Laternen findet meist im Kindergarten statt. Während die größeren Kinder ihre Laternen selber basteln, werden für die noch kleineren Kinder in vielen Kindergärten Bastelnachmittage veranstaltet, bei denen die Mütter oder Väter gemeinsam mit den Kindern die Laternen basteln.

Traditionell besteht das Material der Laternen aus Papier, Pappe und Transparentpapier. Aber auch mit Luftballons, Tapetenkleister und Transparentpapier kann man originelle Laternen basteln.

Inzwischen finden sich immer mehr kreative Varianten mit unterschiedlichsten Bastelmaterialien im Internet oder in den Bastelbüchern oder -heften im Handel. Selbstgebastelte Laternen sind auch bei anderen Gelegenheiten wie Partys, Sommer- oder Kinderfesten eine stimmungsvolle Dekoration. Einmal gebastelt, können die Laternen immer wieder verwendet werden.

Am Martinstag erinnern wir uns an den römischen Soldaten Martin, der in einer sehr kalten Winternacht seinen wärmenden Umhang mit seinem Schwert geteilt und eine Hälfte davon einem armen, frierenden Bettler gegeben hat und diesen dadurch vor dem Erfrieren gerettet hat.

Bei vielen Laternenumzügen wird diese Szene der Mantelteilung nachgestellt und erfreut immer wieder die kleinen und großen Zuschauer.

Hier können Sie die ausführliche Geschichte der Mantelteilung oder wovon sich der Brauch der Martinsgans ableitet nachlesen.

Nach dem Umzug stärkt man sich mit den selbstgebackenen Martinsbrezeln, Weckmännern oder Stutenkerl und wärmt sich mit einem leckeren Kinderpunsch am Lagerfeuer.

In einigen Gegenden ist das Martinssingen verbreitet. Dabei ziehen die Kinder mit ihren Laternen in Gruppen von Haus zu Haus und singen traditionelle Martinslieder. Als Belohnung bekommen die Kinder von den Zuhörern Süßigkeiten, Obst oder Gebäck.


Tipps zum Basteln von Laternen:

Papiertütenlaterne


Material:

  • PapiertüteBuntes Transparentpapier
  • Schere
  • Kleber
  • Elektrolaternenstab


Anleitung:

  • Mit der Schere werden Muster wie Mond, Sterne oder Gesichter in die Tüte geschnitten.
  • Danach werden sie mit buntem Transparentpapier hinterklebt.
  • Zum Schluss wird der Laternenstab an den Henkeln der Tüte eingehängt.


Luftbalonlaterne

Material:

  • Luftballon
  • Tapetenkleister (ca. 100 ml)
  • buntes Transparentpapier
  • Schere
  • Draht
  • Zange
  • Stopfnadel
  • Elektrolaternenstab / Holzstab und Kerzenhalter
  • Pergamentpapier
  • Wasserfarben/ Wachsmalstifte


Anleitung:

  • Tapetenkleister anrühren
  • Transparentpapier in kleine (ca. 5x5 cm) Stücke reißen.
  • Luftballon aufblasen.
  • Den Luftballon mit dem Kleister einschmieren und in mehreren Lagen (5-7) immer wieder die Schnipsel aufkleben.
  • Dabei den oberen Bereich nicht bekleben!
  • Den Ballon mit dem nicht beklebten Bereich auf einen leeren Eimer legen und mehrere Tage trocknen lassen.
  • Nach dem Trocknen den Ballon mit Hilfe einer Nadel zerplatzen lassen und vorsichtig aus der Transparentpapierhülle entfernen. Den oberen Rand mit einer Schere sauber abschneiden.
  • Mit einer Stopfnadel zwei sich gegenüberliegende Löcher in den oberen Rand stechen, durch diese den Draht führen und an beiden Enden den Draht verzwirbeln.
  • Stab einhängen und evtl. Kerzenhalter im Boden befestigen.
  • Tipp: Man kann die Laterne auch mit farblosem Pergamentpapier bekleben und erst nach dem Trocknen bemalen.
  • Wenn man die Laterne mit einem Teelicht erleuchten will, sollte man unten in den Ballon als Boden eine Tasse Gips gießen und das Teelicht in den noch nicht festen Gips drücken.


Runde PergamentlaterneMaterial:

Material:

  • Transparent- oder Pergamentpapier etwa 52x25 cm
  • Käseschachtel mit einem Durchmesser von 16 cm, oder 2 cm breite Kartonstreifen und ein kreisrundes Stück Pappe mit einem Durchmesser von 16 cm.
  • buntes Transparentpapier/ buntes Laub, Gräser
  • Schere
  • Kleber
  • Bunt- und Wachsmalstifte,
  • Zange
  • Draht
  • Stopfnadel
  • Elektrolaternenstab / Holzstab und Kerzenhalter

 

Anleitung:

  • Der Boden der Käseschachtel dient als Grundform der Laterne
  • Zunächst wird jedoch der Pergamentstreifen, der als Wand dienen soll, gestaltet:
  • Das Pergamentpapier mit Gräsern oder buntem Laub bekleben, oder verschiedenfarbige gerissene Transparentpapierstücke aufkleben. Nach belieben kann das Pergamentpapier auch mit Bunt- oder Wachsmalstiften bemalt werden.
  • Nach dem Bemalen oder Bekleben wird nun der Bogen Papier um den Rand des Bodens der Käseschachtel geklebt. Der obere Ring der Käseschachtel wird als Laternenrand von innen eingeklebt.
  • Nun werden die noch offenen Längsseiten des Papierbogens miteinander verklebt.
  • Zum Schluss mit der Stopfnadel zwei sich gegenüberliegende Löcher in den oberen Rand stechen, durch diese den Draht führen und an beiden Enden den Draht verzwirbeln.
  • Stab einhängen und ggf. Kerzenhalter befestigen.
  • Tipp: Je nach Motiv kann die Käseschachtel farbig oder schwarz gestrichen werden.

 


Geschichtliches:


Um 334 war der achtzehnjährige Gardeoffizier in Amiens stationiert.:
Eines Tages, mitten in einem sehr harten Winter, in dem viele Menschen der strengen Kälte zum Opfer fielen, begegnete Martin am Stadttor von Amiens einem armen, unbekleideten Mann. Martin selbst trug außer seinen Waffen und seinem Militärmantel nichts bei sich. Der bedauernswerte Mann bat die Vorübergehenden, sie möchten sich seiner erbarmen. Doch alle gingen an dem armen Mann vorüber. Der gläubige Martin verstand, dass der Bettler ihm zugewiesen sei, da die anderen Menschen kein Erbarmen zeigten. Doch wie konnte erdem Mann helfen? Außer seinem Militärmantel, besaß er nichts. Er hatte er schon zuvor für eine ähnliche barmherzige Tat, alles was er sonst besessen, verwendet. Deshalb fasste er sein Schwert, teilte den Mantel in der Mitte entzwei und gab die eine Hälfte dem Armen, mit der anderen Hälfte bekleidete er sich. Einige der Umstehenden machten sich über ihn lustig, da ihn der abgerissene Mantel entstellte. Man spekuliert sogar, Martin habe auch noch eine Arreststrafe seitens seiner Vorgesetzten hinnehmen müssen: drei Tage Haft wegen mutwilliger Beschädigung von Militäreigentum.


In der Nacht, die auf die Mantelteilung folgte, erschien Martin im Traum Jesus Christus, bekleidet mit Martins halbem Militärmantel. Zu den ihn umgebenden Engeln sprach Christus: „Martinus, der noch nicht getauft ist, hat mich mit diesem Mantel bekleidet!” In diesem Traum sah der junge Offizier die Aufforderung, den Militärdienst zu beenden, um in den Dienst Gottes zu treten. Nach mehrjähriger Vorbereitungszeit ließ sich Martin in Amiens, damals schon Bischofssitz, taufen. Seinen Militärdienst gab er erst später auf, weil sein mit ihm befreundeter Hauptmann ihn gebeten hatte, erst nach zwei Jahren um die Entlassung aus dem Militärdienst zu bitten.


In den ältersten Quellen wird an keiner Stelle ein Pferd, auf dem der spätere Heilige bei der Mantelteilung gesessen hätte erwähnt. In der römischen Zeit war die Reiterpose des Helden mit dem Schwert aber eine bekannte Stereotype in der Kunst. Spätere Darstellungen haben diesen alten Bildtyp, der den heldenhaften Soldaten darstellte, übernommen und zugleich verfremdet: Nicht mehr einen unterlegenen Gegner zwingt der Reiter nun in den Tod, er erhält durch das Teilen einem Notleidenden das irdische Leben und erwirbt sich durch diese christliche Haltung das ewige Leben.



© www.asl-oberhausen.de   Freitag, 30. Oktober 2009 14:33 moellmathe

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